Kreisjahrbuch 2026

Eine Region im Aufbruch
Ein breites Spektrum an Beiträgen ist dem diesjährigen Titelthema „Eine Region im Aufbruch“ gewidmet und beschäftigt sich mit vielen Aspekten der Entwicklung unserer Region – von den touristischen Planungen über die gewerblichen Impulse bis zu Themen der Forschung.
Die Tagebaue werden sich in den kommenden Jahrzehnten zu beeindruckenden Seenlandschaften wandeln und Raum für Erholung, Freizeit und attraktive neue Lebensumfelder schaffen. Gleichzeitig gestalten Städte und Gemeinden mit großem Engagement ihre Zukunft und entwickeln Visionen für modernes Wohnen, Arbeiten und Zusammenleben.
Das Kreisjahrbuch 2026 greift diese Entwicklungen aus unterschiedlichen Perspektiven auf. Es zeigt, wie engagiert Menschen, Institutionen und Unternehmen den Wandel gestalten. Zugleich richtet es den Blick auf weitere spannende Kapitel unserer Heimatgeschichte. Die traditionelle kommunale Rückschau dokumentiert zudem die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen von September 2024 bis Ende 2025 im Kreis Düren.
Außerhalb des Themas untersucht Brian-Scott Kempa – von der Ruine zum Wirtschaftswunder – die Bemühungen der Dürener Schoeller-Unternehmen um den Wohnungsbau der Nachkriegszeit. Andreas Kitz weist am Beispiel Niederzier auf die wichtige Rolle von Bienenzuchtvereinen für die Volksernährung hin. Guido v. Büren und Jacek Grubba erinnern an 115 Jahre Stadtwerke Jülich, während Lisa Haßler das 100-jährige Bestehen der Firma Gebr. Kufferath würdigt. Dr. Achim Jaeger widmet sich in einem ausführlichen Porträt dem Leben und Werk des Gymnasialdirektors Prof. Dr. Robert Hassencamp, in seinen letzten Berufsjahren Leiter des Dürener Stiftischen Gymnasiums. Und eine Gruppe von Autoren aktualisiert die Forschungen zum STALAG VI H in Arnoldsweiler anhand archäologischer Befunde.
Die Lektüre dieses Buches macht deutlich: Unser Kreis Düren blickt auf eine reiche Geschichte zurück und gestaltet zugleich mit Mut, Ideenreichtum und Tatkraft seine Zukunft.
Kreisjahrbuch 2025

In diesem Jahrbuch beschäftigen wir uns mit Persönlichkeiten aus dem Kreis Düren, die etwas bewirkt haben – in Politik, Kultur, Gesellschaft.
Guido v. Büren schildert die mehrjährige Reise des Jülicher Erbprinzen Karl Friedrich im 16. Jahrhundert nach Rom, wo er an den Pocken starb und mit ihm de facto das Jülicher Herrschergeschlecht. Dr. Achim Jaeger erinnert an den Dürener Lehrer, Verleger und Buchhändler Wilhelm Solinus, der für das Schulwesen und den Buchhandel dieser Stadt eine kaum zu überschätzende Bedeutung hat. Bernd Hahne wiederum skizziert das zwölfjährige Wirken des Dürener Oberbürgermeisters Dr. Ernst Overhues, der in der unruhigen Weimarer Zeit die Geschicke der Stadt lenkte. Der Verstrickung der Ärzte am Dürener Krankenhaus in die NS-Rassenideologie widmet sich der Beitrag von Dr. Dieter Lenzen. Dr. Iris Nestler begibt sich auf die Spuren des Linnicher Künstlers Peter Dohmen, dessen Glasmalereien ausschließlich in den USA zu finden sind, wohin er 1951 mit seiner Familie ausgewandert war. Ingo Latotzki würdigt den vor einem Jahr verstorbenen, langjährigen Dürener Oberkreisdirektor Josef Hüttemann. Und in einem launigen Interview entlockt Peter Gasper der Dürener Schauspielerin Marita Breuer einige Geheimnisse ihrer beeindruckenden Karriere.
Zudem beschäftigt sich Brian-Scott Kempa aus Anlass des 150jährigen Bestehens des Dürener Bahnhofsgebäudes, das im September 2024 gefeiert wurde, intensiv mit der Baugeschichte dieses Denkmals, dem alle Bewohnerinnen und Bewohner des Kreises Düren sicher von Herzen eine bessere Zukunft wünschen.
Diese und eine Reihe weiterer Beiträge (neben den gewohnten Rubriken) garantieren ein ungeschmälertes Lesevergnügen.
Dürener Kinogeschichte(n)

Am 28. Dezember 1895 werden in einem eigens dafür eingerichteten Raum, dem „Salon Indien“, des heute nicht mehr existierenden „Grand Café“ am Boulevard des Capucines in Paris die ersten „laufenden Bilder“ gezeigt. Dies gilt als die Geburtsstunde des Kinos, das sich in den folgenden Jahren zu einem Massenmedium entwickelt.
Der Filmpionier Guido Seeber schreibt 1930 rückblickend: Es dürfte auf der ganzen Welt nur wenige Industrien gegeben haben, die so schnell zu einer Weltindustrie geworden sind wie die des Films.
Bereits im Frühjahr 1897 finden in Düren die ersten nachweisbaren Vorstellungen von „Lebenden Bildern“ statt.
Das vorliegende Buch dokumentiert die Kinogeschichte Dürens: von den Anfängen als Jahrmarktattraktion, den ersten festen Sälen, dem schwierigen Neuanfang nach Kriegsende, dem Kinoboom der Wirtschaftswunderphase bis zum Kinosterben in den 1960er Jahren und dem Start des ersten und bislang einzigen Multiplex am 12. März 1998. Dabei wird versucht, die regionale Geschichte in die allgemeine Filmgeschichte Deutschlands einzubetten.
Mit Sybille Schmitz und Marita Breuer werden darüber hinaus zwei
Dürener Filmschauspielerinnen vorgestellt.
Alte Heimat – Neue Zukunft

Nach dem Erinnerungsalbum „Mein Manheim“ (2013) und „Dividende frisst Heimat“ (2020) legt Hubert Perschke nun mit „Alte Heimat – Neue Zukunft“ seine dritte Fotobuchpublikation vor. Alle Titel setzen sich mit dem Themenkomplex der durch den Braunkohletagebau bedrohten, zerstörten, aber auch geretteten Dörfer im Rheinischen Revier auseinander. Dabei bleibt er immer nah an den Menschen und ihren sich wandelnden Lebensrealitäten.
Die Entwicklung seiner Fotodokumentationen ist Beleg dafür, dass sich seit 2013 das Engagement für die Bekämpfung der Klimakrise, für einen früheren Braunkohleausstieg und den Erhalt bedrohter Dörfer und Landschaften intensiviert hat: Während „Mein Manheim“ mit kurzen Zitaten Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der Manheimer*innen gibt, hat Hubert in „Dividende frisst Heimat“, einer fotografischen „Chronologie einer Heimatvernichtung“, zahlreichen aktiven Menschen aus dem Braunkohlewiderstand und Betroffenen aus den Garzweiler Dörfern und ihren Unterstützer*innen viel Raum für eine auch schriftliche Auseinandersetzung mit der Situation im Jahr 2020 eingeräumt.
In der jetzt vorgelegten Publikation hat sich das Spektrum der inhaltlichen Textbeiträge nochmals geweitet: Neben Akteur*innen aus der Zivilgesellschaft geben die beiden Bürgermeister der betroffenen Kommunen, die Landesplanerin aus dem nordrhein-westfälischen Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie, sowie der Geschäftsführer der Tagebauumfeldinitiative „Landfolge Garzweiler“ Einblick in Sichtweisen und Perspektiven der „anderen Seiten“.
Kreisjahrbuch 2024

Eines der seit Jahren viel Kopfzerbrechen bereitenden Themen ist die Situation auf dem deutschen Wohnungsmarkt: Zu wenige Wohnungen, besonders für nicht so betuchte Mitbürgerinnen und Mitbürger, zu hohe Mieten, zu hohe Baukosten, zu viele bürokratische Regelungen, und … und … Es wird manch einen erstaunen, dass das keine neuen Probleme sind – vor über 100 Jahren hatte man mit teils noch viel schwierigeren Bedingungen zu kämpfen. Möglicherweise könnte man daraus ja Anregungen für heute gewinnen.
Dass es auch gute und tragfähige Ideen zur Lösung dieser Problematik gab und gibt, zeigen die Beiträge über den Dürener Grüngürtel, weitgehend entstanden in den 1920er Jahren, und die Planungen für das neue Jülicher „Quartier Nierstein“. Wie man darüber hinaus ein attraktives Umfeld schaffen kann, zeigt der Beitrag über die Wachstumsoffensive des Kreises Düren.
Abseits des Schwerpunktthemas finden Sie in diesem Buch wieder einen (im wahrsten Sinne des Wortes) bunten Reigen an Beiträgen – über Schmetterlinge im Jülicher Land, eingefleischte Fußballfans, ein technisches Meisterwerk, den Hambacher Forst und Alexander Theodor Ahrweiler, den Stifter des Dürener Gymnasiums.
Neben weiteren Beiträgen und der Literaturauswahl informiert die ausführliche Chronik des Kreises Düren über die kommunalen Geschehnisse im abgelaufenen Jahr.
In Düren zu Hause

Bei dem Wort Migration denkt man oftmals an eine Ausnahme, an etwas, das von der „Norm“ abweicht. Wie die Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg, als Millionen Menschen ihre Heimat verlassen mussten. Was ist aber, wenn Migration eigentlich etwas ist, das ständig, durch alle Zeiten, überall stattfindet? Nicht nur ausnahmsweise und nicht erst seit der Industrialisierung sind Menschen in Bewegung, sie verlassen ihre Heimat und lassen sich an einem anderen Ort nieder. Auch die Dürener Stadtgesellschaft lebt seit Jahrhunderten von diesen Veränderungen. Von den großen, die weltweit Auswirkungen haben, wie die Flüchtlingsbewegung 2015, oder den kleinen, mit lokaler Auswirkung, wie dem Bau der Dürener Kreisbahn Anfang des 20. Jahrhunderts.
In Düren leben heute Menschen aus mehr als 140 Nationen Tür an Tür und gestalten die Stadtgesellschaft mit. Durch ihr Wirken in Sport- und Kulturvereinen, in der Gastronomie, innerhalb religiöser Gemeinschaften oder einfach durch persönliche Kontakte und Beziehungen. Sie sind nicht alle zur gleichen Zeit in die Stadt an der Rur gekommen, die Gründe sind ebenso vielfältig wie die Herkunftsländer.
Viele der Kinder und sogar Enkelkinder all dieser Menschen, die in Düren geboren wurden, stellen sich häufig noch immer die Frage, wieviel Zeit eigentlich vergehen muss, bis sie tatsächlich als Teil der Gesellschaft gelten. Was heißt das aber, Teil einer Gesellschaft zu sein und als solcher anerkannt zu werden? Und wie lange wird es noch dauern, bis die Mehrheit erkennt und verinnerlicht, dass Migration die Regel ist und nicht die Ausnahme? Sie findet ständig statt und prägt unsere Gesellschaft aktiv. Sie birgt Chancen und Risiken. Und das Düren, wie wir es heute kennen, würde ohne Migration nicht existieren.

